Auch im Jahr 2011 werden die Strom- und Gaspreise weiter steigen. Wie schon die letzten Jahre machen die Energiekonzerne dafür gestiegene Umlagen und Netzkosten verantwortlich. Aber vor allem die Abgabe für die erneuerbaren Energien schlagen im neuen Jahr kräftig auf den Verbraucherpreis durch. Aber auch rückständige Investitionen in der Erdölförderung lassen durch eine kommende Verknappung der Ölfördermenge die Preise steigen.


Zunächst bemerkt der deutsche Verbraucher aber die Steigerung der Strompreise durch das „Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)“. Dieses beinhaltet, dass die Förderung, die in jede neue Fotovoltaik-Anlage fließt, auf alle Verbraucher umgelegt wird. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Professor in Stuttgart sich eine Solarstromanlage aufs großzügige Einfamilienhaus montiert, die der Plattenbau-Bewohner in Berlin-Marzahn dann durch seinen Stromverbrauch bezahlt. Die ursprünglich kalkulierte Menge der neu ans Netz gehenden Solaranlagen ist bereits im Jahr 2009 um ein vielfaches überschritten worden. Im vergangenen Jahr wurde diese Zahl nochmals getoppt. Das bedeutet natürlich auch ein erhöhtes Fördervolumen durch den Staat. Und dieser Betrag muss dann von allen Verbrauchern getragen werden.

Einige Energiekonzerne begründen ihre Preiserhöhungen aber auch damit, dass jetzt intensive Investitionen in die Leitungsnetze sowohl für Strom als auch für Gas notwendig seien. Auch diese Investitionen werden direkt an den Verbraucher weitergegeben. Und da man sich nicht gänzlich von Gaslieferungen aus Russland abhängig machen möchte, müssen auch neue Gaspipelines aus anderen Gebieten neu geschaffen werden. Dabei sind sowohl Erdöl als auch Erdgas in Folge des freien Handels am Energiemarkt im Einkaufspreis in den letzten Jahren günstiger geworden. Diese Ersparnis wird von den Energiekonzernen jedoch nicht weitergegeben. Anders die Investitionskosten und die EEG-Umlage.

Eine gewagtere Theorie eines US Wissenschaftlers geht davon aus, dass bis 2015 die Menge des geförderten Erdöls vervielfacht werden muss, um den bis dahin vorhandenen Energiebedarf zu decken. Dafür sind massive Investitionen erforderlich, die bereits jetzt beginnen müssten. Da dies nicht geschieht, sieht die Branche einer Verknappung der Rohölmenge entgegen und somit deutlich steigenden Preisen. Fakt ist, dass durch die harten Winter und die weiter steigenden Bedarfe der Industrienationen an Energie bereits jetzt die Förderung an ihre Grenzen stößt, weswegen bereits heute die Weltmarktpreise für Öl im stetigen Anstieg sind.